60% Referenzertragsnachweis


Standortbeurteilung
In Deutschland regelt das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) seit vielen Jahren erfolgreich die Einbindung des durch erneuerbare Energien erzeugten Stroms sowie dessen Vergütung.
Mit der aktuellen gültigen Fassung des Gesetzes vom
21. Juli 2004 wurde die Vergütung für Strom aus Windenergie neu geregelt und der Begriff des Referenzenergieertrages eingeführt. Dabei ist der Referenzenergieertrag die für jeden WEA-Typ einschließlich der jeweiligen Nabenhöhe bestimmte Strommenge, die dieser Typ bei Errichtung an einem Referenzstandort rechnerisch auf Basis einer vermessenen Leistungskurve in fünf Betriebsjahren erbringen würde.

Der Kundennutzen
Jeder Betreiber einer WEA oder eines Windparks benötigt diesen 60%-Referenz-Nachweis, um den Netzbetreiber zu verpflichten den produzierten Strom abzunehmen.
Abweichend von § 5 Abs. 1 EEG sind Netzbetreiber nicht verpflichtet, Strom aus Anlagen zu vergüten, für die nicht vor Inbetriebnahme nachgewiesen ist, dass sie an dem geplanten Standort mindestens 60 Prozent des Referenzertrages erzielen können. Der Anlagenbetreiber hat den Nachweis gegenüber dem Netzbetreiber durch Vorlage eines nach Maßgabe der Bestimmungen der Anlage zu diesem Gesetz erstellten Gutachtens eines im Einvernehmen mit dem Netzbetreiber beauftragten Sachverständigen zu führen. Erteilt der Netzbetreiber sein Einvernehmen nicht innerhalb von vier Wochen nach Aufforderung des Anlagenbetreibers, bestimmt das Umweltbundesamt den Sachverständigen nach Anhörung der Fördergesellschaft Windenergie e.V. (FGW). Die Kosten des Gutachtens tragen Anlagen- und Netzbetreiber jeweils zur Hälfte.

Praktische Durchführung
Zur Vermessung der Leistungskurvenkennlinie nach Nummer 5 und zur Berechnung der Referenzerträge von Anlagentypen am Referenzstandort nach Nummer 2 sowie zur Bestimmung der erzielbaren Energieerträge am geplanten Standort nach Nummer 6 sind für die Zwecke dieses Gesetzes die Institutionen berechtigt, die entsprechend der technischen Richtlinie „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“
(DIN EN ISO/IEC 17025, Ausgabe April 2000), entsprechend von einer staatlich anerkannten oder unter Beteiligung staatlicher Stellen evaluierten Akkreditierungsstellen akkreditiert sind.
Um den 60%-Referenzertrag-Nachweis zu führen wird der Energieertrag bei freier Anströmung jeder einzelnen WEA am Standort bestimmt zum Zwecke des Vergleichs mit einem Referenzertrag (gem. §10 EEG) an einem definierten Standort (imaginär mit idealisierten Bedingungen).

Unsere Kompetenz
  • Mitarbeit im Fachausschuss Windpotential der Fördergesellschaft Windenergie e.V.
  • Anerkennung durch die Fördergesellschaft Windenergie e.V. zur Bestimmung des Referenzenergieertrages und zur Führung des
    60%-Referenzertrag-Nachweises.

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